Staatssekretär Christoph Degen (2.v.r.) mit Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (3.v.l.) und weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus den Ländern.

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur

"Laserfusionshub in Biblis ist ein starkes Signal für den Wissenschaftsstandort Hessen"

Wiesbaden/Frankfurt. Die hessische Landesregierung hat die Entscheidung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt begrüßt, den ersten deutschen Laserfusionshub in Hessen zu errichten. Ein Konsortium aus den Unternehmen Focused Energy und Marvel Fusion hat dafür den Zuschlag erhalten. ,,Das ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg, Hessen zu einem führenden Standort für Spitzenforschung und Entwicklung der laserbasierten Kernfusion auszubauen. In Hessen entsteht die Energie der Zukunft", sagte Ministerpräsident Boris Rhein. 

Biblis wird der Hauptstandort des ersten Laserfusionshubs zur Erforschung und Weiterentwicklung der Kernfusion. Der Regierungschef sagte weiter: ,,Die laserbasierte Kernfusion kann ein echter Gamechanger für die Energieversorgung der Zukunft werden. Hessen hat die Chance, hier weltweit Pionierarbeit zu leisten. In Hessen entsteht damit der erste Laserfusionshub der Welt." Er freue sich daher über die erste Fördertranche des Bundes in Höhe von 125 Millionen Euro für bundesweit drei Hubs. Insgesamt hat die Bundesregierung eine Summe von mehr als zwei Milliarden Euro für die Fusionsforschung im Haushalt eingeplant.

Wissenschaftsstaatssekretär Christoph Degen sagte: ,,Die Ansiedlung des Laserfusionshubs am Fusions-Campus Biblis ist ein starkes Signal für den Wissenschaftsstandort Hessen. Sie zeigt, dass hier Forschung auf höchstem Niveau betrieben wird, und schafft die Voraussetzungen dafür, dass wissenschaftliche Exzellenz und internationale Zusammenarbeit in einem der wichtigsten Technologiefelder der Zukunft weiter wachsen können. Eine Forschungspolitik, die auf Innovation setzt, sichert auch die Wirtschaftskraft unseres Landes. Der Laserfusionshub hat das Potenzial, die Energieversorgung der Zukunft entscheidend mitzugestalten. Hessens Spitzenforschung hat einen weiteren Meilenstein erreicht." 

Animation: So soll der Laserfusionshub aussehen.

Das Land Hessen hatte die Bewerbung des Konsortiums mit einem Letter of lntent gegenüber der Bundesregierung unterstützt und sich früh und deutlich für die Entwicklung der Laserfusion eingesetzt. So hat das Land die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten des hessischen Laserfusions-Start-ups Focused Energy schon mit gut 32 Millionen Euro gefördert. Zudem wurden in Hessen in den vergangenen fünf Jahren knapp 90 Millionen Euro in die Fusionsforschung investiert. Den Aufbau des Laserfusionshubs wird Hessen durch ein großes Paket an finanziellen, strategischen, regulatorischen und politischen Hilfen unterstützen. 
Die Bundesregierung fördert mit dem Programm „Fusion 2040" drei thematische Fusionshubs. Neben dem Hub für Laserfusion sind das der Hub für Magnetfusion sowie der Hub für Brennstoffkreislauf und Materialentwicklung. Die nationalen Kompetenzzentren sollen das bundesweit verteilte Wissen aus Wissenschaft und Industrie bündeln, um die Technologiereife der Kernfusion entscheidend voranzutreiben. Jeder dieser Hubs wird nun erst einmal gefördert, um gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie den Ausbau notwendiger Testinfrastruktur zu finanzieren.

Die Kernfusion gilt als eine der meistversprechenden Technologien für die Energieversorgung der Zukunft. Sie ahmt den Prozess nach, der auch in der Sonne 
Energie erzeugt, und bietet das Potenzial für eine klimafreundliche und sichere Energiequelle. Im Vergleich zu fossilen Brennstoffen entstehen bei der Fusion keine COrEmissionen, im Gegensatz zur Kernspaltung fallen deutlich geringere Mengen langlebiger radioaktiver Abfälle an. Der Standort Hessen und der künftige Laserfusionshub in Biblis bieten ideale Voraussetzungen für die systematische und zielgerichtete Industrialisierung der Laserfusion. Der Hub bündelt ein weltweit einzigartiges und schon bestehendes industrielles Ökosystem mit seit Jahrzehnten anerkannter internationaler exzellenter Forschung und Entwicklung, modernsten Kraftwerkstechnologien und breitem Zugang zu den notwendigen und weiter auszubildenden Fachkräften. 

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