Wiesbaden. Der Umweltsoziologe Prof. Dr. Tobias Rüttenauer erforscht das Verhältnis zwischen Natur und Gesellschaft: Er geht zum Beispiel der Frage nach, ob sich Menschen umweltfreundlicher verhalten, wenn sie von den Folgen des Klimawandels direkt betroffen sind. Nach Forschungstätigkeiten in Großbritannien, zuletzt am University College London, setzt Rüttenauer seine Arbeit nun an der Goethe-Universität fort mit einer LOEWE-Start-Professur für Quantitative Sozialwissenschaften/Quantiative Social Science am Center for Critical Computational Studies (C3S). Für Rüttenauers Forschung zur Klimagerechtigkeit stellt das Land Hessen in den kommenden sechs Jahren 1,3 Millionen Euro aus LOEWE-Mitteln zur Verfügung.
Klimawandel verändert unser Zusammenleben
„Der Klimawandel verändert nicht nur unsere natürliche Umwelt, er hat auch große Auswirkungen auf unser Zusammenleben – allerdings in sehr unterschiedlichem Maß. Hier setzt Prof. Dr. Tobias Rüttenauers Forschung an: Er will zum Beispiel herausfinden, welche Gebiete und Bevölkerungsgruppen besonders stark von Hitze, Luftverschmutzung und Überschwemmungen betroffen sind. Damit liefert er eine wichtige Grundlage für vorausschauende Politik und Klimaanpassung“, so Wissenschaftsminister Timon Gremmels.
Wie können wir mehr Klimagerechtigkeit erreichen?
In seiner Forschung verknüpft Prof. Dr. Rüttenauer hochauflösende Klimaanalysen mit detaillierten Bevölkerungs- und Umfragedaten. Auf diese Weise will er zeigen, welche Bevölkerungsgruppen besonders unter den Veränderungen leiden und wie auf Stadt- und Regionalebene mehr Klimagerechtigkeit erreicht werden kann. Dabei interessiert ihn auch, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Lebensentscheidungen von Menschen hat. Prof. Dr. Rüttenauer will Prognosemodelle entwickeln, mit denen sich vorhersagen lässt, wie sich Gesellschaft und Demographie auf lokaler Ebene bei verschiedenen Klimaszenarien verhalten. Diese liefern eine wichtige Grundlage für vorausschauende Politik und Klimaanpassung.