Vordere Reihe: Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller, Wissenschaftsminister Timon Gremmels, Bibliotheksdirektorin Claudia Martin-Konle und Bibliotheksmitarbeiter Uli Vienchen. Hintere Reihe: Dr. Michael Reckhard (WIBank), Alexander Grotov (MdL), Leonhard Lemke (LBIH), Uni-Präsidentin Prof. Dr. Ute Clement und Uni-Kanzler Dr. Oliver Fromm

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur

Murhardsche Bibliothek: Minister Gremmels dankt Spendern für neue Sicherheitsvitrine

WIBank und private Unterstützer ermöglichen mit neuer Hochsicherheitsvitrine die Präsentation des Hildebrandlieds

Wiesbaden / Kassel. Ein bedeutendes Stück deutscher Literaturgeschichte kehrt zurück ins Licht der Öffentlichkeit: Zur vollständigen Wiedereröffnung der sanierten Murhardschen Bibliothek am 24. Oktober 2026 wird das Kasseler Hildebrandlied erstmals seit über einem Jahrzehnt wieder in der Bibliothek präsentiert und das in einer eigens angefertigten Hochsicherheitsvitrine.

Erfolgreiche Spendenaktion

Ermöglicht wurde die Anschaffung der insgesamt 28.000 Euro teuren Vitrine durch eine Spendenaktion des Freundeskreises der Murhardschen Bibliothek. Vermittelt durch Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels steuerte die WIBank 18.000 Euro bei. Weitere großzügige Beiträge spendeten Brigitte und Wolfram Bremeier, sowie Sabine Köttelwesch und Rainer Meyfahrt. Dazu kamen weitere kleinere Spenden.

"Kulturelles Erbe bewahren und zugänglich machen"

„Ich danke der WIBank und den privaten Unterstützern herzlich für ihre großzügigen Spenden. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag, unser kulturelles Erbe zu bewahren und es für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Kulturgüter müssen sichtbar sein, nur so können sie als kollektives Gedächtnis einer Gesellschaft wirken und Diskurse anstoßen. Für Hessen ist das Hildebrandlied von unschätzbarem Wert. Dass wir es pünktlich zur Wiedereröffnung der Murhardschen Bibliothek in der neuen Sicherheitsvitrine wieder zeigen können, freut mich besonders. Das unterstreicht die originäre Absicht der Stifter der Murhardschen Bibliothek, die Kultur und Wissen in einer Bürgerbibliothek für die Öffentlichkeit zugänglich machen wollten“, so Minister Gremmels.

Höchste Sicherheit und beste Präsentation

Die neue Vitrine erfüllt höchste Sicherheitsstandards und bietet optimale Bedingungen für die Präsentation des empfindlichen Originals. „Mit der sicheren Präsentation der Handschrift des Hildebrandlieds wird die Universitätsbibliothek Kassel ihrer Rolle als Bewahrerin und Vermittlerin kulturellen Erbes gerecht, und wir haben diese Aufgabe gerne nachhaltig unterstützt“, unterstreicht Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsleitung der WIBank.

Dr. Brigitte Pfeil, Leiterin der Landesbibliothek Kassel, und die Leitende Bibliotheksdirektorin Claudia Martin-Konle betonen: „Die neue Hochsicherheitsvitrine versetzt uns in die Lage, dieses außerordentliche Kulturgut mit optimalem Schutz der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unser Dank gilt allen Unterstützern.“

Das Hildebrandlied in der neuen Sicherheitsvitrine in der Murhardschen Bibliothek.

Prominenter Platz für die Vitrine

Die neue Vitrine hat einen prominenten Platz im neu gestalteten, 210 Quadratmeter großen Ausstellungsraum der Murhardschen Bibliothek bekommen. Mit dem Abschluss der umfassenden Sanierung und Erweiterung des Bibliotheksgebäudes, die das Land Hessen mit rund 17,9 Millionen Euro aus dem Hochschulbauprogramm HEUREKA finanziert hat, können die seit 2012 ausgelagerten kostbaren Handschriften, Drucke und Musikalien der Sondersammlungen der Universitätsbibliothek hier wieder vor Ort gezeigt werden.

Der Tag der Wiedereröffnung fällt auf den bundesweiten Tag der Bibliotheken. So öffnet die Murhardsche Bibliothek am 24. Oktober 2026 von 14 bis 18 Uhr auch erstmals wieder vollständig ihre Türen für die Öffentlichkeit. Besucherinnen und Besucher können die sanierten und erweiterten Räume, den historischen Eulensaal und die Ausstellung „Schätze aus Pergament und Papier“ besichtigen. Neben dem Hildebrandlied sind dort unter anderem der Kasseler Willehalm-Codex, die Immenhäuser Gutenberg-Bibel und ein Original der Paulskirchenverfassung zu sehen. Führungen und Vorträge ergänzen das Programm.

Zum Hildebrandlied:

Das im 9. Jahrhundert entstandene Hildebrandlied gilt als das älteste erhaltene Zeugnis einer germanischen Heldendichtung in deutscher Sprache. Die auf zwei Pergamentblättern überlieferte Handschrift erzählt vom Zweikampf Hildebrands, eines Gefolgsmanns Dietrichs von Bern, mit seinem Sohn Hadubrand. Sie zählt zu den bekanntesten Dokumenten mittelalterlicher Literatur in Deutschland.

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