Wiesbaden. Kulturstaatssekretär Christoph Degen hat heute Ottilie-Roederstein-Stipendien an sieben Künstlerinnen überreicht – und die Schwerpunkte der aktuellen Runde unterstrichen: Gefördert werden zum einen aufstrebende Nachwuchskünstlerinnen, zum anderen Künstlerinnen, die Arbeit und Verpflichtungen wie Pflege oder Kinderbetreuung vereinbaren müssen. Die feierliche Urkundenübergabe an die Frauen aus Frankfurt, Offenbach und Kassel fand im ehemaligen Wohnhaus der Malerin Ottilie W. Roederstein in Hofheim im Main-Taunus-Kreis statt.
Beeindruckende künstlerische Vielfalt
„Mit unseren Ottilie-Roederstein-Stipendien ermöglichen wir Frauen am Anfang ihrer Karriere und in schwierigen Lebenssituationen, Kunst und Kultur zu schaffen. Denn noch immer sind professionelle Künstlerinnen in der öffentlichen Wahrnehmung zu wenig präsent – obwohl mehr als die Hälfte der Studierenden an den hessischen Kunsthochschulen Frauen sind“, so Kulturstaatssekretär Christoph Degen. „An der diesjährigen Auswahl beeindruckt mich besonders die Vielfalt: Sieben Künstlerinnen mit unterschiedlichen Herkünften und Kontexten thematisieren Krieg und Widerstand, aber auch persönliche Schicksale wie Demenz in der Familie und Neurodiversität. Genau diese Teilhabe und Vielseitigkeit wollen wir mit dem Stipendium sichtbar machen. Ich gratuliere den Künstlerinnen herzlich und bin gespannt auf die Ergebnisse ihrer Arbeit.“
Fokus auf den Nachwuchs
In diesem Jahr hat die Jury keine Hauptstipendien vergeben, sondern sich auf die Nachwuchsförderung fokussiert. Die Nachwuchsstipendien unterstützen junge Künstlerinnen, die in Hessen studieren oder studiert haben, hier leben und ihr Projekt in Hessen verwirklichen. Sie sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert, hinzu kommen bis zu 10.000 Euro Projektmittel für die Umsetzung des Vorhabens.