Kassel/Wiesbaden. Das UNESCO-Welterbe in Hessen steht für kulturelle Vielfalt und internationale Verständigung: Diese Botschaft hat Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels heute in Kassel unterstrichen. Der Verein „Bürger für das Welterbe Kassel“ hatte ins Ballhaus am Bergpark Wilhelmshöhe eingeladen, um gleich drei Jubiläen zu feiern: 80 Jahre Inkrafttreten der Verfassung der UNESCO, 75 Jahre Deutsche UNESCO-Kommission und 25 Jahre Engagement des Vereins, der den Bergpark Wilhelmshöhe als UNESCO-Welterbe in der Kasseler Stadtgesellschaft verankert hat.
Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels: „Die UNESCO wurde als Gegenentwurf zu einer Welt gegründet, in der sich Nationen erbittert gegenüberstehen. Bildung, Wissenschaft und Kultur sollten einen gemeinsamen Raum schaffen, in dem sich die Menschen austauschen konnten. Diese Werte sind wichtiger denn je: Frieden ist nicht mehr selbstverständlich, unsere Demokratie wird angegriffen und Rechtsextreme vereinnahmen Kunst und Kultur für ihre Zwecke – und versuchen, vorzuschreiben, was dazugehört und was nicht. Internationale Zusammenarbeit in Kultur und Wissenschaft sowie lokaler Einsatz für unser kulturelles Erbe sind deshalb wichtiger denn je.“
Der Bergpark Wilhelmshöhe steht beispielhaft für diesen Auftrag. 2013 wurde die einzigartige Kulturlandschaft mit der Herkulesstatue in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Der Verein „Bürger für das Welterbe Kassel“ hatte seit seiner Gründung 2001 den Nominierungsprozess unterstützt. Auch nach der Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste machen die Mitglieder mit Führungen und Veranstaltungen den Bergpark erlebbar. Sie ergänzen damit den täglichen Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hessen Kassel Heritage und leisten einen wichtigen Beitrag zur Vermittlung der UNESCO-Welterbestätte.
Roman Luckscheiter, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission: „Der Erfolg der UNESCO beruht nicht allein auf internationalen Übereinkommen und Programmen. Er wird von einem wertvollen Netzwerk getragen: von Menschen und Institutionen, die sich durch Bildung, Wissenschaft und Kultur für eine friedlichere Welt einsetzen. Die UNESCO-Familie reicht von Schulen und Forschungseinrichtungen über Welterbestätten bis hin zu Vereinen wie den ‚Bürgern für das Welterbe Kassel‘, die mit ihrer Arbeit die Schätze der Vergangenheit für die Zukunft bewahren.“
Brigitte Bergolter, Vorsitzende des Vereins „Bürger für das Welterbe Kassel“: „Wir wünschen uns für die Zukunft, die treibende Kraft und motivierende Stimme zu bleiben, die dafür sorgt, dass das Welterbe im Herzen der Stadtgesellschaft verankert bleibt und hoffen, dass wir bei unserem Bildungs- und Vermittlungsauftrag starke Partner finden, um unser kulturelles Erbe an die nächste Generation weiterzugeben.“