Bund und Länder haben ein Förderprogramm für KI in der Lehre an den Hochschulen aufgelegt. Nach einem Antragsverfahren beim damaligen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) waren in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren vier hessische Hochschulen mit insgesamt sechs Projekten erfolgreich und wurden durch Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) in die Förderung aufgenommen.
Förderprogramm
KI in der Hochschulbildung
Die Goethe-Universität Frankfurt ist mit zwei Vorhaben am Start. Im Einzelprojekt „AI and digital Technology in Learning and Instruction“ wird ein interdisziplinär geprägtes Studienangebot zum Einsatz von KI und digitaler Technologien in Bildungsprozessen entwickelt. Das Verbundprojekt „Implementierung von KI-basiertem Feedback und Assessment mit Trusted Learning Analytics in Hochschulen“ wird die Goethe-Universität gemeinsam mit der Humboldt-Universität zu Berlin, der Fernuniversität Hagen, der Freien Universität Berlin und der Universität Bremen durchführen. Im Fokus steht der Einsatz von KI zur (teil-)automatisierten Analyse von Texten. Studieninteressierte und Studierende bekommen textbasiertes, hoch informatives und personalisiertes Feedback in der Orientierungs- und Einstiegsphase, im Studienverlauf sowie zum Abschluss von Studienleistungen.
Die Universität Kassel war mit dem Antrag für das Einzelprojekt „Fachliche und überfachliche Kompetenzen durch soziotechnisches Design von Systemen hybrider Intelligenz flexibel und individuell fördern“ erfolgreich. Damit will sie Lernende mit KI dabei unterstützen, parallel zu fachlichen Inhalten wichtige weitere Fähigkeiten – etwa Empathie- und digitale Medienkompetenz – aufzubauen und weiterzuentwickeln.
Die Frankfurt University of Applied Sciences beteiligt sich an dem Projekt „AI for Business | Business for AI – Hochschulübergreifendes, modulares Angebot zum Aufbau von KI-Kompetenzen von Wirtschaftswissenschaftler:innen“, das von der Universität Hohenheim geleitet wird und an dem ebenfalls die Universität Bayreuth, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Fraunhofer FIT Bayreuth/Augsburg mitwirken. Ziele sind die Entwicklung und Bereitstellung eines Lehrmodulbaukastens, der Wirtschaftsstudierenden wissenschaftlich fundiert und praxisnah interdisziplinäre KI-Kompetenzen vermittelt.
Die Hochschule für Gestaltung Offenbach ist Partner in dem Verbundprojekt „KI greifbar machen und begreifen: Technologie und Gesellschaft verbinden durch Gestaltung“. An dem Projekt sind auch die Hochschule Mainz, die Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd, die Technische Hochschule Köln und die Hochschule Trier beteiligt. Das Projekt soll die Lehre von KI-Themen und -Methoden nachhaltig in der Gestaltung verankern. Angehende Gestalterinnen und Gestalter sollen sowohl über Wissen zu aktuell und zukünftig relevanten Technologien verfügen als auch über profunde technische Kenntnisse verfügen sowie Kontexte von Nutzerinnen und Nutzern, ethische und rechtliche Fragestellungen systematisch berücksichtigen.
Der Bund trägt 90 Prozent der Bewilligungssumme, das Land Hessen finanziert zehn Prozent aus dem Digitalpakt Hochschulen. Die hessischen Hochschulen haben mit den erfolgreichen Anträgen insgesamt 6,6 Millionen Euro eingeworben, die gesamte Initiative ist mit rund 133 Millionen Euro ausgestattet.
KI-Förderlinie des QuiS-Programms
Auch das hessische Wissenschaftsministerium unterstützt seine staatlichen Hochschulen mit sieben Millionen Euro dabei, KI in die Hochschullehre zu integrieren. Das Geld stammt aus einer neuen KI-Förderlinie des Programms „Hohe Qualität in Studium und Lehre, gute Rahmenbedingungen des Studiums“ (QuiS).
Mit der QuiS-Förderlinie für KI in der Hochschullehre unterstützt das Wissenschaftsministerium an den Hochschulen zum Beispiel Workshops, Software für einen datenschutzgerechten Zugang zu Large Language Models oder die Entwicklung fachspezifischer Anwendungen. Mit dem Geld bekommen die Hochschulen auch die Möglichkeit, den KI-Einsatz in der Fachlehre zu testen, KI-Inhalte in Veranstaltungen, Modulen und Curricula aufzunehmen oder KI-gestützte Feedback- und Beratungssysteme aufzubauen.