Jurybegründung:
Mit „A Sad and Beautiful World“ gelingt Cyril Aris ein hinreißender Film von emotionaler Kraft und entwaffnender Leichtigkeit. Über drei Jahrzehnte begleitet er Nino und Yasmina durch ein von Krisen gezeichnetes Libanon und erzählt intim wie universell vom Widerstreit zwischen Liebe und Überleben, Bleiben und Gehen, Hoffnung und Angst. Aus dieser starken Prämisse erwächst eine ergreifende Dynamik: Spielerischer Humor kippt in Schmerz, Alltägliches öffnet sich zum magischen Realismus, ohne dass der Film seine Wahrhaftigkeit verliert. Mounia Akl und Hasan Akil tragen die wechselnden Stimmungen mit großer Natürlichkeit und Präzision; ihre pointierten, lebensnahen Dialoge machen jede Annäherung und Verletzung spürbar. Aris verbindet Liebesgeschichte und Zeitporträt zu einem warmherzigen Werk über menschliche Widerstandskraft. So entsteht ein lustiger und tief bewegender Film, dessen Fragen nach Heimat, Familie und einer Zukunft im Schatten des Krieges dringlicher kaum sein könnten.