Jurybegründung:
Eine Familie bietet Geborgenheit, bestenfalls. Wenn es weniger gut läuft, kann Familie aber eine große Herausforderung sein. Dieses Familiendrama stellt die universellen Fragen: Was ist gut für einen Menschen? Wo liegt die Grenze der eigenen Verantwortung? Wo beginnt der notwendige Selbsterhalt? Der Film lässt uns am Leben einer jungen Frau teilhaben, die lebensfroh und unabhängig scheint. Dieses Bild wird jedoch erschüttert, als sie nach einem Notruf zu ihrer Familie fährt. Schnell fällt sie in ein altes Muster zurück und fühlt sich für das Wohl ihrer ganzen Familie, auch das ihrer Mutter, verantwortlich. Doch wo muss die Verantwortung einer Tochter, halb Kind, halb erwachsen, enden? Wo beginnt die Suche nach dem eigenen, dem unabhängigen Leben? Mit einer klaren Sicht auf das „System Familie“ und auf die Krankheit Depression erzählt der Film, wie schwer es sein kann, Aufopferung von Verantwortung und Liebe von Ausnutzung zu trennen. Eindringlich und mit gutem Gespür für die Charaktere erzählt “Blut und Wasser“ diese Familiengeschichte, aus der die Protagonistin erst nach vielen Überlegungen ihren Ausweg findet. In diesem kurzen Film kommen wir der Komplexität einer Familie über die genaue Konzeption der Bilder nah, dafür erhält „Blut und Wasser“ den Hessischen Filmpreis als bester Hochschulabschlussfilm.