Jurybegründung:
„Brennende Haut“ erzählt eine zutiefst menschliche Geschichte über Freundschaft, Liebe, Familie und unerfüllte Träume und eröffnet dabei eine selten erzählte Perspektive. Wie bleibt man menschlich in einem unmenschlichen System? Die politischen und gesellschaftlichen Strukturen bilden den äußeren Konflikt einer zutiefst persönlichen Geschichte. Maryams Vater wird verhaftet, um ihre Familie zu retten, sieht sie nur einen Ausweg und versucht seine zwielichtigen Geschäfte zu übernehmen. Mit großer poetischer Klarheit entwickelt das Drehbuch daraus eine intensive thematische Linie entlang von Macht, Kontrolle, Geschlecht, Moral und ökonomischen Abhängigkeiten. Jede Szene führt die Figuren in neue Situationen, konfrontiert sie mit Entscheidungen und treibt die Handlung konsequent voran. Besonders berührend ist die Zeichnung der Nebenfiguren: Sie bleiben nicht bloß Begleitung der Protagonistin, sondern entwickeln sich zu eigenständigen Stimmen innerhalb eines komplexen Geflechts aus Beziehungen, Abhängigkeiten und Macht. Mit großer Direktheit, handwerklicher Sicherheit und einem mutigen, schonungslosen Ende erzählt „Brennende Haut“ eine eindringliche Geschichte über Familie, Überleben und den Kampf eines Individuums in einem erdrückenden politischen System. Ein ungewöhnliches, poetisches Drehbuch, das streckenweise an ein Roadmovie erinnert und eine besondere Perspektive auf die Lebensrealität seiner Figuren im Iran eröffnet.