Jurybegründung:
„Die Bären sind geblieben“ von Nur Muhammed Tarhan überzeugt durch seine außergewöhnliche Bildsprache, atmosphärische Dichte und die poetische Verbindung von Realität und Mythos. Die Geschichte eines jungen kurdischen Mannes, der nach dem Tod seines Bruders in die Türkei zurückkehrt und nach den wahren Gründen für dessen Tod sucht, erzählt eindringlich von Erinnerung, Verlust und verdrängter Vergangenheit. Besonders beeindruckend ist das feine Gespür für die Perspektive der Kinder und die Verbindung einer persönlichen Familiengeschichte mit gesellschaftlichen Erfahrungen, geprägt von Angst, Militärpräsenz und dem Verschwinden des Vaters. Mit seiner fast mythischen Erzählweise bewegt sich das Drehbuch zwischen Realität und magischem Realismus. „Die Bären sind geblieben“ ist ein visuell kraftvolles und emotional berührendes Drehbuch, das durch seine Eigenheit und Authentizität überzeugt.