Jurybegründung
In „Haus 4“ begleitet der Regisseur Philipp Schaeffer über ein Jahr hinweg jugendliche Straftäter in der JVA Berlin Plötzensee. Ihm gelingt ein äußerst feinfühliger und intimer Einblick in den Alltag der Gefangenen und ihrer Bezugspersonen. Neben der Schilderung der einzelnen Biografien, die größtenteils von schwerer Gewalt und Einsamkeit bestimmt sind, wird deutlich wie sehr die Haftstrafe auch eine komplexe Suche nach Erkenntnis, Verantwortung und Empathie ist. Mit großer Präzision und Einfühlungsvermögen erzählt der Film auch die unbeirrte Bemühung der Anstaltstherapeutin, die Jugendlichen in ihrer Resozialisierung zu unterstützen. Am Ende des Filmes wird eindringlich deutlich, dass sich die Frage stellt, ob und in welcher Weise Veränderung für diese Jugendlichen überhaupt möglich ist „Haus 4“ ist damit ein wichtiger gesellschaftlicher Diskursbeitrag und regt zum Denken, Fühlen und Diskutieren an.