Jurybegründung:
Wie erleben wir Erinnerungen? Was prägt sich unauslöschlich im Gedächtnis eines Menschen ein? Dieser Film ist wie ein Fiebertraum. Fremde Landschaften, Figuren, die an Shaolin-Kämpfer erinnern. Gefühle. Schmerz. Im Bilderrausch erzählt der Film durchaus herausfordernd über den Schmerz des Verlorenseins, der Einsamkeit, der Qual. Statt Geborgenheit gibt es Strafe. Die Protagonistin ist verloren, in der Familie, in der Klosterschule. Lakonisch, fast distanziert kommentiert Regisseurin Zirui Chen die Bilder, die ihren Schmerz zeigen. Nach und nach können, nein müssen wir trotz der komplexen Erzählweise ihre Welt erkennen. Die oft fremden, verstörenden Bilder lernen wir immer besser zu verstehen. Neugierig schauen wir hin, fasziniert von den Wörtern, die den Schrecken beschreiben. Die große Reife von „Nijigen Confinement“ ist die Entschiedenheit seiner Erzählung wie seiner Bildsprache. Der Film zieht uns auf eigenwillige und manchmal verstörende Art und Weise in seinen Bann.