Jurybegründung
In „Sieben Kreise der Hölle“ verdeutlicht Andrzej Klamt eindrücklich und erschütternd die grausame Realität des aufgezwungenen und zerstörerischen Ukraine-Krieges. Die Wahl des Filmtitels spielt auf Dantes Verständnis der Hölle an, als einen Ort, der Spiegel menschlicher Entscheidung und ihrer Folgen ist. Die Regisseure kommen ihren Protagonisten nah, ohne sie jemals auszustellen. Entstanden sind kurze Portraits über Menschen, denen der Krieg alles genommen hat. Jede Geschichte ein eigener Kreis, aber dennoch durch die Absurdität des Krieges miteinander verbunden. Der Film ist hoch aktuell und führt uns die Grausamkeit des Krieges in einer künstlerischen Radikalität vor Augen. In sechs Portraits und Psychogrammen erzählt der Film sensibel und leise von den Abgründen einer Gesellschaft, die an den Folgen der brutalen Sinnlosigkeit der Höllenkreise Gewalt, Entmenschlichung und Trauma zu zerbrechen droht. Durch die feinfühlige Innenansicht seiner Protagonistinnen und Protagonisten kommt der Film sehr nah an die Frontlinie des Unbegreiflichen und Unbeschreiblichen. Klamt begleitet sechs Menschen in ihrem letzten verzweifelten Kampf gegen den trichterförmigen Abgrund, wie es bei Dante heißt, bei dem „je tiefer man hinabsteigt, desto schwerer die Schuld wiegt“. Vor der anhaltenden und aktuellen Realität dieses tobenden Krieges verdeutlicht “Sieben Kreise der Hölle“ dringlich, wie sehr wir bei aller Betroffenheit auch Anteil und Verantwortung am Unmenschlichen in unsere politischen Debatten miteinschließen sollten.