Wiesbaden. Der in zweiter Lesung im Hessischen Landtag debattierte Etat des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) für das Jahr 2026 setzt trotz notwendiger Konsolidierung klare Prioritäten und schafft verlässliche Planungssicherheit für die kommenden Jahre.
„Hessen braucht jetzt Planungssicherheit und Verlässlichkeit. Mit dem Haushalt 2026 bekennen wir uns zu starken Hochschulen, exzellenter Forschung sowie einer vielfältigen Kunst- und Kulturlandschaft. Diese Bereiche sind zentrale Zukunftsfelder und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Innovationsfähigkeit, zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur kulturellen Identität unseres Landes. Die angespannte Finanzlage des Landes verlangt Konsolidierungsmaßnahmen in allen Bereichen, doch unser Haushalt balanciert fachliche und finanzielle Herausforderungen aus. Wir setzen gezielt Prioritäten, stocken punktuell Förderung auf und bieten Sicherheit und Perspektiven“, so Wissenschafts- und Kunstminister Timon Gremmels.
Verlässliche Rahmenbedingungen für Hochschulen bis 2031
Mit dem Abschluss des Hochschulpakts für die Jahre 2026 bis 2031 erhalten die hessischen Hochschulen eine verlässliche finanzielle Perspektive für die kommenden sechs Jahre. Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage leisten die Hochschulen in diesem Jahr einen Konsolidierungsbeitrag von rund 30 Millionen Euro gegenüber dem Paktvolumen 2025. Dies entspricht einer Absenkung des Budgets um 1,3 Prozent. Bereits im nächsten Jahr kehren die Budgets auf das Niveau von 2025 zurück. Ab 2028 sind jährliche Budgetsteigerungen vorgesehen, die von rund zwei Prozent im Jahr 2028 bis auf knapp vier Prozent im Jahr 2031 ansteigen. Damit wird trotz eines temporären Einschnitts eine verlässliche Wachstums- und Planungsperspektive geschaffen.
Investitionen und Spitzenforschung stärken den Wissenschaftsstandort
Im Bereich der Spitzenforschung verzeichnet Hessen im aktuellen Exzellenzwettbewerb des Bundes und der Länder deutliche Erfolge. Die Zahl der hessischen Exzellenzcluster konnte von einem auf sechs erhöht werden. Dadurch fließen in den kommenden sieben Jahren mehr als 220 Millionen Euro zusätzliche Bundesmittel nach Hessen, die vom Land neben dem Hochschulpakt kofinanziert werden.
Das Land hält darüber hinaus alle Zusagen in der überregionalen Forschungsfinanzierung ein und stärkt damit auch die außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Erfolgreiche Programme wie LOEWE werden mit guter Ausstattung fortgeführt, ebenso das Programm zur Stärkung der Demokratieforschung.
Kunst und Kultur mit hohem Stellenwert
Auch Kunst und Kultur haben im Landeshaushalt hohe Relevanz. Wir treiben die Sanierung der Theatergebäude weiter voran: In Kassel laufen nach dem erfolgreichen Start des Interims die Vorbereitungen der Sanierung des Großen Hauses. In Darmstadt wurde das Kleine Haus nach umfangreichen Arbeiten bereits wiedereröffnet.
Für die documenta sind im Haushalt 2026 zusätzliche Mittel in Höhe von 1,8 Millionen Euro eingestellt. Nach einer personellen und organisatorischen Neuaufstellung wird damit die Vorbereitung der documenta 16 im Sommer 2027 abgesichert, um ihre internationale Strahlkraft und kulturelle Bedeutung nachhaltig zu stärken.
Darüber hinaus sichern wir die Musikschulen in Hessen. Sie erhalten auch in diesem Jahr weitere 600.000 Euro zusätzliche Förderung. Ein neues Indikatorenmodell verbessert Qualität, Transparenz und Verteilungsgerechtigkeit und stärkt den Musikschulstandort Hessen nachhaltig.