Wiesbaden. Hessen stärkt die Kultur und verteidigt die Freiheit der Kunst. In finanziell, aber auch politisch fordernden Zeiten, in der kulturelle Freiräume zunehmend unter Druck geraten, hält Hessen Kurs. Trotz angespannter Haushaltslage festigt Hessen seine Aufwendungen für Kunst und Kultur, reformiert seine Förderstrukturen und investiert in gute Arbeitsbedingungen für Künstlerinnen und Künstler. In einer polarisierten und zunehmend unübersichtlichen gesellschaftlichen Lage ist es wichtig, Vertrauen in die Kultur zu üben. Hessen steht an der Seite seiner Kulturschaffenden. Das hat Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels heute in seiner Regierungserklärung im Hessischen Landtag bekräftigt: „Gerade in finanziell schwierigen Zeiten zeigt sich, welchen Stellenwert Kultur für eine Gesellschaft besitzt“, sagte Gremmels. Hessen gehöre zu den wenigen Ländern, die die Kulturförderung nicht zurückfahren, sondern noch stärken. „Wir stehen für eine Kulturpolitik, die nicht auf Kontrolle setzt, sondern auf verlässliche Rahmenbedingungen, damit künstlerische Freiheit sich entfalten und in unserer Gesellschaft wirken kann.“
Für Minister Gremmels zeigen sich Kraft und Qualität von Kultur nicht nur in großen Institutionen. Sie entsteht dort, wo Menschen Kultur machen, erleben und auch vermitteln: in Musikschulen, Museen, Bibliotheken, Ateliers, Kinos und auf den Bühnen des Landes. „Wo Menschen gemeinsam musizieren, Theater spielen, lesen, diskutieren oder Kunst erleben, entsteht Gemeinschaft. Genau diese Orte brauchen wir in einer Zeit, in der vieles auseinanderzudriften scheint“, sagte Gremmels. Deshalb setzt der Minister auf kulturelle Bildung und auf eine Weiterentwicklung der Förderprogramme in den Bereichen der Bildenden Kunst, Literatur und des Films. Förderrichtlinien würden transparenter und praxisnäher. Diese müssen den Anforderungen der gesellschaftlichen Realität entsprechen; dafür sei das neue Buntstift-Stipendium für Kinder- und Jugendliteratur ein Beispiel, mit dem Vielfalt sichtbar gemacht werde.
Auch im Umgang mit den großen Kulturinstitutionen stehen für das Ministerium Verlässlichkeit und langfristige Verantwortung im Zentrum. Ob documenta, Bad Hersfelder Festspiele, Hessische Filmförderung oder die Staatlichen Schlösser und Gärten – Hessen setzt auf langfristige Verantwortung. Die Landesförderung für die Bad Hersfelder Festspiele stieg seit 2004 von 277.000 Euro auf nun jährlich 770.000 Euro. Mit Blick auf die documenta 16 gab Minister Gremmels zudem eine Erhöhung des Landeszuschusses bekannt: dieser steigt von knapp 10 Millionen Euro für die documenta 15 auf rund 13 Millionen Euro für die im kommenden Jahr anstehende 16. Ausgabe der international bedeutenden Kunstschau.
Im Zentrum der Regierungserklärung stand ein klares Bekenntnis zur Kunstfreiheit. Für Hessen bedeute Kulturpolitik, gute Rahmenbedingungen zu schaffen – nicht künstlerische Inhalte zu lenken. „Kunst muss nicht bequem sein. Sie muss nicht jedem gefallen. Aber: Die Freiheit der Kunst ist nicht verhandelbar“, sagte Gremmels. Die documenta ebenso wie die weiteren Kunst- und Kulturinstitutionen in Hessen zeichneten sich zugleich durch eine klare und erkennbare Haltung gegen Antisemitismus, gegen Rassismus und gegen jede Form menschenverachtender Diskriminierung aus. Diese Balance zwischen der künstlerischen Freiheit einerseits und andererseits einer klaren Haltung für die Menschenwürde sei kulturpolitische Aufgabe der Stunde: „Wir dürfen keine Angst vor der Freiheit der Kunst haben, sondern müssen sie verteidigen. Das ist unsere demokratische Pflicht“, so Gremmels.
Die Rede im Wortlaut
Kerstin Scheidecker
Stellvertretende Pressesprecherin
Telefon