Wiesbaden. Das Land Hessen verstärkt sein Engagement für die Zukunft des Deutschen Ledermuseums (DLM) in Offenbach und stellt einen Betrag von bis zu 11 Millionen Euro zur Verfügung. Die Vereinbarungen zur Finanzierung des Projekts sind in einer Absichtserklärung („Letter of Intent“) zwischen dem Land Hessen und der Stadt Offenbach festgehalten, die der Offenbacher Magistrat in seiner Sitzung am 13. Mai – vorbehaltlich der finalen Zustimmung durch die Stadtverordnetenversammlung am 28. Mai – befürwortet hat.
Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels erklärt: „Das Deutsche Ledermuseum ist ein kulturelles Aushängeschild für Offenbach und Hessen. Wir wollen den Besucherinnen und Besuchern ein attraktives Museumserlebnis bieten. Dazu gehört auch, dass ein Museum zeitgemäße Funktionsbereiche für moderne Museumsarbeit in allen Aufgabenbereichen hat. Ich bin sicher, dass wir durch das Vorhaben der international bedeutenden Sammlung künftig neue Möglichkeiten des Vermittelns, der angemessenen Aufbewahrung und der Zugänglichmachung für Forschungsfragen eröffnen.“
Stimmen zur Entscheidung
Offenbachs Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke betont: „Das Deutsche Ledermuseum blickt auf mehr als 100 Jahre Geschichte zurück. Als Museum von internationalem Rang nimmt es in der Kulturlandschaft des Rhein-Main-Gebiets einen bedeutenden Platz ein. Zugleich steht es für die lange Tradition Offenbachs als Lederwarenzentrum. Ich freue mich sehr, dass das Land 11 Millionen Euro verbindlich zusagt. Damit haben wir eine finanzielle Einigung mit dem Land Hessen und dem Bund für die Sanierung und Neukonzeption des Museums erzielt. Mir ist wichtig zu betonen, dass es sich dabei keineswegs um ein Luxusprojekt handelt. Das mittlerweile ziemlich marode Gebäude muss saniert werden, damit es überhaupt dauerhaft geöffnet bleiben kann. Die Ausstellungs- und Aufbewahrungsmöglichkeiten sollten dringend verbessert werden, um die vielfältige und historisch bedeutsame Sammlung des DLM für die Zukunft zu sichern.“
„Neben einer qualitätvollen Architektur hatten wir im Planungswettbewerb für das Ledermuseum auch eine nachhaltige und zukunftsfähige Lösung gefordert. Von der stadtbildprägenden Neugestaltung insbesondere des denkmalgeschützten Hauptgebäudes und Einbeziehung des Vorplatzes erwarten wir auch positive Auswirkungen auf den gesamten Stadtteil“, ergänzt Baudezernent Paul-Gerhard Weiß.
Die Direktorin des Museums, Dr. Inez Florschütz, äußert sich zum Ziel der Maßnahmen: „Durch Sanierung und Umbau wird das Deutsche Ledermuseum mit seiner hochkarätigen, weltweit einmaligen Sammlung zu einem Ort werden, der entscheidend zu einem zukunftsweisenden Image der einstigen Lederstadt Offenbach am Main beiträgt. Als herausragender Bildungs-, Informations- und Veranstaltungsort für alle Bevölkerungsgruppen kann das neu gestaltete Museum nationale und internationale Strahlkraft entwickeln."
Sammlung muss erst ausgelagert werden
Ein zentraler Schritt für die Vorbereitung auf die Bauarbeiten ist die professionelle Auslagerung der Sammlung. Dafür müssen mehr als 30.000 Objekte aus den Depots entnommen, gereinigt, gegen Schädlingsbefall behandelt, digital erfasst und für den Transport in ein Interimsdepot vorbereitet werden.
Die geplante Baumaßnahme umfasst unter anderem die Sanierung und Anpassung der vorhandenen Gebäude, eine Neukonzeption zentraler Funktionsbereiche wie Ausstellungs- und Depotflächen, verbesserte klimatische Bedingungen zum Schutz der Objekte, ein modernes Beleuchtungssystem, eine optimierte Besucherführung sowie die vollständige Barrierefreiheit.
Auch der Bund gibt Geld
Neben dem Land fungiert auch der Bund als Zuwendungsgeber. Der Bund hat bis zu 20 Millionen Euro in Aussicht gestellt, das Land Hessen will zusätzlich zu den bereits gezahlten Planungsmitteln in Höhe von 0,5 Millionen Euro bis zu 11 Millionen Euro bereitstellen. Zuwendungsempfänger ist die Stadt Offenbach, die gemäß Letter of Intent auch für die Umsetzung der Baumaßnahme verantwortlich ist. Die Stadt trägt zudem die Verantwortung für die Gesamtfinanzierung und übernimmt mögliche Baurisiken sowie Kostensteigerungen.