Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur

1,5 Millionen Euro für Erstsemester-Formate

Land Hessen unterstützt Hochschulen bei Angeboten für Studienanfängerinnen und -anfänger im Corona-Semester

Wiesbaden. Die Corona-Bedingungen des Wintersemesters sind vor allem für Studienanfängerinnen und -anfänger schwer, weil sie kaum Gelegenheit haben, die Hochschule kennen zu lernen. Um ihnen den Einstieg zu erleichtern, hat das Land den hessischen Hochschulen gut 1,5 Millionen Euro aus Hochschulpakt-Mitteln zur Verfügung gestellt. Damit können die Universitäten und die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften besondere Formate finanzieren, um den neuen Studierenden angesichts des weitgehend online stattfinden Lehrbetriebs die Orientierung im Studienbetrieb und das Kennenlernen der Hochschule zu erleichtern.

„Das Hybridsemester musste wegen der Entwicklung der Pandemie mit weniger Präsenzlehre beginnen als erhofft. Das ist gerade für all jene schade, die Hörsäle und Seminarräume noch nie von innen gesehen haben – ihnen wollen wir den Einstieg erleichtern, so gut es geht“, so Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Mit den Mitteln aus dem Hochschulpakt unterstützen wir die Hochschulen in ihrem großen und oft kreativen Engagement für ihre ,Erstis‘. Forschen und Lernen brauchen Austausch, und zum Studium gehört auch der Kontakt der Studierenden untereinander. Das können die Hochschulen derzeit nur begrenzt bieten – umso wichtiger ist es, gerade die Studienanfängerinnen und -anfänger zu unterstützen.“

Beispiele für Projekte

Einige Beispiele dafür, wie die Hochschulen die Erststemester im Wintersemester besonders unterstützen:

Die Hochschule Darmstadt hat die Erstsemesterbegrüßung als auf YouTube gestreamte Live-Show mit mehreren Übertragungsstandorten im Stil einer Fernsehsendung ersetzt, neue Studierende per Videokonferenz live zugeschaltet und per Social Media Fragen der Zuschauerinnen und Zuschauer beantwortet. Das Projekt „h_da PREMIERE“ wurde von mehr als 60 Hochschulmitgliedern aufgesetzt. Selbst das Studiodesign und die Musik für den Vorspann der Sendung stammten von h_da-Studierenden.

Die Justus-Liebig-Universität Gießen hat die Studieneinführungswochen in die virtuelle Welt übertragen und dafür eigens eine neue Plattform eingerichtet. Seit dem 19. Oktober haben weit über 21.000 Nutzerinnen und Nutzer die Seiten aufgerufen, etwa um die Begrüßungen des Präsidenten, der Oberbürgermeisterin und des Asta zu hören, Vorträge und Begrüßungsveranstaltungen abzurufen oder sich virtuell auf dem Campus umzuschauen. In Mentoring-Programmen stehen „Study Buddies“ – Studierende höherer Semester – den „Neuen“ mit Rat und Tat zur Seite.

Auch die Philipps-Universität Marburg hat ein „Study Buddy“-Programm, in dem Studierende ihre neuen Kommilitoninnen und Kommilitonen unterstützen. Das reicht von der Orientierungswoche und der Beratung zur Studiengestaltung über technische Unterstützung bis zu digitalen Stammtischen und Spieleabenden. Außerdem ergänzen Tutorien und Übungen in kleinen festen Gruppen in Präsenz die Online-Lehre, betreut von eigens eingestellten studentischen Hilfskräften

Auch die Technische Hochschule Mittelhessen setzt auf ein umfangreicheres Mentoring-Programm als in anderen Semestern. Zusätzliche Mentorinnen und Mentoren mit zusätzlichen Arbeitsstunden betreuen seit der „Welcome Session“ Mitte Oktober kleine feste Gruppen von maximal 15 Studierenden. Der Asta in Gießen hat eine Rallye programmiert, mit der Studierende allein oder in einer kleinen Gruppe die Stadt via Smartphone erkunden können.

Die Technische Universität Darmstadt hat 180 Tutorinnen und Tutoren in Online-Workshops fit gemacht für die digitale Form der Orientierungswoche (OWO). Die Hochschuldidaktische Arbeitsstelle (HDA) hat schon im Sommersemester Ideen entwickelt, wie Studierende auch in der Online-Lehre besser ins Gespräch kommen, zum Beispiel bei gemeinsamen interaktiven Aufgaben wie Rätsel oder Quiz oder digitalen Gestaltungsaufgaben.

Um den neuen Studierenden den Einstieg ins Studium zu erleichtern, bietet die Hochschule Geisenheim Online-Vorkurse in Chemie, Mathematik und Biologie der Pflanze an. Die Begrüßung der Erstsemester wurde auf drei aufeinanderfolgende Tage aufgeteilt und per Live-Stream übertragen. Für zusätzliche Präsenzveranstaltungen hat die Hochschule einen großen Versammlungsraum in der Stadt angemietet. Sie werden zugleich per Livestream allen zugänglich gemacht, die nicht vor Ort sein können oder wollen.

Auch die Universität Kassel setzt auf Kleingruppen, verstärktes Mentoring und das hybride Nebeneinander von Präsenz und Online. Zum spielerischen Kennenlernen hat die Uni eine virtuelle Campusführung in Kleingruppen oder auch alleine per Smartphone erarbeitet, eine App für eine Art Schnitzeljagd über den Campus.

 

An der Hochschule Fulda konnten die Erstsemester in einer Mischung aus Präsenz- und Onlineveranstaltungen ihren Fachbereich kennenlernen. Zudem ließen sich die Fachbereiche besondere Formate einfallen. So bekamen Studierende der Oecotrophologie ein Card-Box-Set zum Selberbasteln per Post geschickt, um die Labore des Fachbereichs virtuell in 360 Grad erkunden zu können. Im Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik erhielten alle Erstis ein Einsteiger-Technik-Kit, unter anderem mit einem Messgerät für erste Versuche zu Hause

Die Hochschule RheinMain will die Studienbedingungen der Erstsemesterstudierenden im aktuellen Hybridsemester durch Einsatz von zusätzlichen Tutorinnen und Tutoren, Lehrbeauftragten und studentischen Mentorinnen und Mentoren verbessern. Außerdem wird der Pool an Laptops für die Ausleihe in der Bibliothek erweitert und somit das dortige Angebot verdoppelt.

Die Goethe-Universität in Frankfurt hat die traditionelle „Uni-Startmesse“ durch eine musikalische Begrüßung per Video ersetzt und einen „digitalen Wegweiser“ aufgelegt. Außerdem hat das Studien-Service-Center einen neuen Mitarbeiter: GUDI, den Goethe-Universität Digitalen Informationsassistenten – einen Chat-Bot, der Fragen rund um das Studium online beantwortet und stetig dazulernt.

Die Frankfurt University of Applied Sciences hat die Einführungsveranstaltung als mehrstündige Live-Übertragung via YouTube mit Chatfunktion und zugeschalteten Zoom-Sessions gestaltet. Sie wurde in deutscher und englischer Sprache produziert und steht auch zum Abruf zur Verfügung. Auch Dienste wie Zoom, Telegram und Discord sind im Einsatz, es gab und gibt eine vorab gefilmte Campusführung mit Live-Kommentar, Kennenlern-Spiele per Webcam und die Möglichkeit, sich per Discord zu virtuellen Video- und Spieleabenden oder auch zum Feierabend-Bier zu verabreden.

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