Minister Gremmels schaut sich ein Milchkännchen an.

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur

Schenkung aus dem Nachlass Michaeli an das Brentano-Haus in Oestrich-Winkel

Das Brentano-Haus in Oestrich-Winkel ist reich beschenkt worden: Dr. Burkhard Michaeli hat dem Haus Möbelstücke, Silberobjekte und Gemälde vermacht, die ursprünglich aus dem historischen Bestand des Brentano-Hauses stammen, wo sie künftig auch wieder präsentiert werden sollen. Insgesamt 432 hochkrarätige Objekte haben den Besitzer gewechselt. Höhepunkte der Sammlung bilden mehrere Werke des bedeutenden Landschaftsmalers Andreas Achenbach (1815-1910), der familiär mit den Brentanos verbunden war, exquisite Möbel wie ein Schrank in Boulle-Technik sowie kostbare Stücke aus Silber und Meißener Porzellan. Kunstminister Timon Gremmels  nahm an der Übergabe teil und  zeigte sich begeistert von der Schenkung. 

Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, erklärt: „Die großzügige Schenkung ist ein starkes Zeichen gelebter Verantwortung für unser kulturelles Erbe. Dass diese von Marga von Brentano stammenden Stücke, die in Ihrer Familie mit großer Sorgfalt bewahrt wurden, nun an ihren ursprünglichen Ort zurückkehren, schenkt dem Haus ein bedeutendes Stück historischer Authentizität zurück. Gerade in Zeiten angespannter öffentlicher Haushalte zeigt sich, wie unverzichtbar privates Engagement für Kunst und Kultur ist. Für dieses wunderbare Geschenk und dieses eindrucksvolle Bekenntnis zu unserer gemeinsamen Geschichte danke ich Herrn Dr. Michaeli von Herzen.“

„Die Schenkung stellt einen absoluten Glücksfall für das Brentano-Haus dar. Die hochkarätigen Objekte sind nicht nur in einem sehr guten Zustand und von eindeutiger Provenienz, sie dokumentieren auch die einzigartige und belebte Geschichte dieses Ortes, die wir unseren Besucherinnen und Besuchern hier vermitteln möchten“, sagt SG-Direktorin Kirsten Worms. „Im Namen der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen danke ich daher Herrn Dr. Burkhard Michaeli herzlich für diese überaus großzügige Geste.“

Das Brentano-Haus in Oestrich-Winkel ist ein original erhaltener Schauplatz, dessen Besuch vor allem in die Zeit der Rheinromantik im frühen 19. Jahrhundert führt. Sein berühmtester Gast Johann Wolfgang von Goethe schrieb das 1751 errichtete und 1806 von der Kaufmannfamilie Brentano erworbene Anwesen in die Literaturgeschichte ein. Über 200 Jahre blieb das Brentano-Haus im Familienbesitz, bevor es 2014 durch das Land Hessen gekauft und seitdem in der Obhut der SG schrittweise saniert und restauriert wurde: Nach der Sanierung der Gastronomie, der Wiederherstellung der Fassade und dem Einrichten einer Stadtinfo mit Museumsladen stand in den letzten Jahren vor allem die behutsame Restaurierung der Innenräume und des Inventars im Fokus – darunter der sogenannte Rote Salon, der an seinen ursprünglichen Standort im Obergeschoss zurückverlegt wurde, wie auch die Schlaf- und Schreibstube, die Goethe während seiner Aufenthalte 1814/15 nutzte. Die bisherigen Maßnahmen im Brentano-Haus und den Nebengebäuden beliefen sich auf 3,2 Mio. Euro und wurden maßgeblich finanziert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Ziel war dabei stets, die besondere Atmosphäre eines bewohnten Ensembles zu bewahren, die sich den Besucherinnen und Besuchern bei regelmäßig stattfindenden öffentlichen Führungen eindrücklich erschließt. Der Betrieb des Brentano-Hauses erfolgt dabei durch die Trägergesellschaft Brentano-Haus gGmbH, deren gleichberechtigte Gesellschafter die Stadt Oestrich-Winkel und das Freie Deutsche Hochstift sind.

Dr. Michaeli zeigte sich erfreut, dass die Objekte aus dem Nachlass seiner Familie zurückkehren an ihren originalen Schauplatz, wo sie für künftige Generationen bewahrt und vermittelt werden. Sie leisten dort einen wichtigen Beitrag zur Erschließung weiterer Zeitschichten und eröffnen neue Forschungsmöglichkeiten zur Wohnkultur des 19. Jahrhunderts und insbesondere zur Familie Brentano und deren kulturellem Umfeld.

Perspektivisch bereichern sie nicht nur die Dauerausstellung des Brentano-Hauses, sondern bieten auch Anknüpfungspunkte für thematische Sonderausstellungen.

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Dr. Susanne Király

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