Zwei Frauen, beide mit Masken, stehen in einer Universitätsbibliothek und lächeln sich an

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

So viel Präsenz wie möglich im Wintersemester

Konzept für die Lehre unter Corona-Bedingungen legt Fokus auf Seminare und Übungen

Wiesbaden. Im Wintersemester 2021/2022 soll an Hessens Hochschulen die Präsenzlehre wieder möglichst zum Regelfall werden. Unter sorgsamer Beobachtung des Corona-Infektionsgeschehens gilt: so viel Normalität im Hochschulleben wie möglich und verantwortbar. Dazu hat das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst nach Anhörung und unter Beteiligung der Hochschulen des Landes Hessen Eckpunkte entwickelt. Sie legen fest, dass der Fokus der Präsenzangebote auf Lehrveranstaltungen mit diskursiven Inhalten wie Seminaren liegt sowie auf künstlerischen und praktischen Veranstaltungen.

Die weiteren Öffnungsschritte sollen vor allem den Studierenden zugutekommen. Sie haben in der Krisenbewältigung viel Flexibilität und Verantwortungsbewusstsein gezeigt und sollen gute Bedingungen erhalten, um ihr Studium erfolgreich und gesund beginnen, fortführen und abschließen zu können.
Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst

Mit großem Engagement haben die Studierenden, Lehrenden und Beschäftigten der hessischen Hochschulen nicht nur einen immensen Beitrag zur Pandemiebekämpfung geleistet, sondern auch ein bestmögliches Studieren unter erschwerten Bedingungen umgesetzt“, erläutert Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Schon im Sommersemester haben sie angesichts sinkender Inzidenzwerte mit weiteren Öffnungsschritten begonnen und für priorisierte Bereiche Präsenzveranstaltungen für Kleingruppen oder auch hybride Lehrformate entwickelt. Um diese Entwicklung zu unterstützen, auch in den Prüfungsphasen der vorlesungsfreien Zeit, hat das Land Mittel für Tests Studierender in Höhe von 6,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.“

Impffortschritt ist Voraussetzung

Die weiteren Öffnungsschritte sollen vor allem den Studierenden zugutekommen. Sie haben in der Krisenbewältigung viel Flexibilität und Verantwortungsbewusstsein gezeigt und sollen gute Bedingungen erhalten, um ihr Studium erfolgreich und gesund beginnen, fortführen und abschließen zu können. Auch das studentische Leben soll sich wieder stärker auf dem Campus entfalten können, denn ein Studium ist so viel mehr als der Blick auf die Kacheln einer Videokonferenz“, so Ministerin Dorn weiter. „Eine wichtige Voraussetzung dafür ist allerdings der weitere Impffortschritt. Es wird erwartet, dass zum Beginn des Wintersemesters alle Impfwilligen und damit auch alle Studierenden ein Impfangebot erhalten haben. Gemeinsam mit Innenminister Peter Beuth habe ich in einem Schreiben alle Studierenden ermutigt, die freien Kapazitäten in Impfzentren und Arztpraxen zu nutzen und sich jetzt impfen zu lassen, um rechtzeitig vor dem Wintersemester einen vollständigen Impfschutz aufzubauen. Seit dem 2. August 2021 können alle Hessinnen und Hessen auch ohne Termin ein Impfzentrum ihrer Wahl besuchen, um sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen.“

Damit auch ausländische Studierende, die erstmalig oder wieder nach Deutschland einreisen, geimpft werden können, stellt das Land den Hochschulen ab September 2021 mindestens 8.500 Dosen des Impfstoffs der Firma Johnson & Johnson bereit, bei dem eine Dosis für den Impfschutz ausreicht. Eine individuelle ärztliche Beratung für die Abwägung bei der Anwendung dieses Impfstoffes ist Voraussetzung.

Online-Lehre kann Präsenzlehre ergänzen

„Es ist unser gemeinsames Ziel, die Errungenschaften der pandemiebedingt beschleunigten Digitalisierung der Hochschullehre langfristig zu sichern. Online-Lehre kann Präsenzlehre auch langfristig vielseitig ergänzen. Besondere Möglichkeiten bieten auch unter den derzeitigen Bedingungen hybride Formate, die gemeinsames Lehren und Lernen an unterschiedlichen Orten erlauben“, so Ministerin Dorn weiter. Durch das Programm QuiS (Hohe Qualität in Studium und Lehre – gute Rahmenbedingungen des Studiums) aus Mitteln des Zukunftsvertrags Studium und Lehre werden allein im Jahr 2021 hybride Lehr-/Lernsettings mit 14,6 Millionen Euro unterstützt.

Weitere Eckpunkte für die Öffnung im Wintersemester sind:

  • Gezielte Unterstützung bestimmter Studierendengruppen, etwa von Studierenden, die ihr Hochschulstudium bislang vollständig oder weitestgehend unter den Ausnahmebedingungen der COVID-19-Pandemie verbracht haben oder die sich in der Abschlussphase befinden
  • passgenaue Hygiene- und Schutzkonzepte je nach Infektionsgeschehen
  • einfach zu handhabende Kontaktdatenerfassung wie Luca-App, Corona-Warn-App oder andere geeignete Systeme
  • Abhängig vom Impffortschritt bleiben Tests ein wichtiges Instrument
  • Bibliotheken sind bereits jetzt und auch im Wintersemester 2021/2022 unter Beachtung entsprechender Hygienemaßnahme als Lernorte geöffnet
  • Prüfungen sind wie bisher in Verantwortung der Hochschulen in Präsenz möglich, aber auch digitale Prüfungsformate sollen weiterhin (auch nach Ende der Pandemie) zum Einsatz kommen
  • Für Großveranstaltungen ist entscheidend, welche allgemeinen Corona-Schutzmaßnahmen mit Blick auf die jeweilige Situation vor Ort gelten

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