Objekt: Villa in Fulda
Preisträger: Sibylle Honka
Architekturbüro: Dipl.-Ing. Stefan Koch, Fulda
Preis: 2. Preis in der Kategorie Privates Bauen, 4000 €, Bronzeplakette und Urkunde
Votum der Jury
Die Jury lobte den Einsatz von Sibylle Honka für die 1934-1935 von dem renommierten Kölner Architekten unmittelbar nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten erbaute Villa in Fulda. Sie zeigte sich beeindruckt von den Recherchen der Eigentümerin zur Geschichte des Hauses und seiner bauzeitlichen Materialien. Nur aufgrund dieser Vorarbeiten und der beispielhaften Abstimmung mit den Denkmalbehörden sei die Wiederherstellung des bauzeitlichen Erscheinungsbildes des Gebäudes und seiner Ausstattung möglich gewesen. Als vorbildlich wertete die Jury die Innendämmung durch denkmalverträgliche Materialien sowie die Wiederherstellung des Daches. Von der terrassierten Gartenseite aus könne das ursprüngliche Erscheinungsbild der Villa als Statement für das weltoffene Neue Bauen – nun wieder eindrucksvoll erlebt werden.
Hintergrund
Die Instandsetzung der Villa Paulustor 8 in Fulda war eine Herzensangelegenheit von Sibylle Honka, deren Urgroßvater die Villa erbauen ließ. Von 2021 bis 2023 wurden alle unsachgemäßen Änderungen rückgängig gemacht und das Gebäude energetisch ertüchtigt. Kunststoff- und Aluminiumfenster wurden durch Holzfenster ersetzt und in den Bädern historische Fliesen verbaut. Die Farbfassung des Treppenhauses erfolgte auf der Basis von Befunden, die Böden wurden aufgearbeitet. Die dringend notwendige Dachsanierung konnte genutzt werden, um auf der repräsentativen Gartenseite des Gebäudes die neuere Schiefereindeckung gegen bauzeitliche Ziegel von anderen Stellen des Daches einzutauschen.