Eine EU-Flagge weht im Wind

Das Europäische Kulturerbe-Siegel

Mit dem europäischen Kulturerbe-Siegel werden Stätten ausgezeichnet, die symbol- und beispielhaft für die europäische Einigung und die Ideale der Geschichte Europas und der Union stehen. Das Siegel will den Beitrag ausgewählter Stätten zur Geschichte und Kultur Europas würdigen, deren Engagement unterstützen, das Gefühl der Zugehörigkeit der europäischen Bürgerinnen und Bürgern und den interkulturellen Dialog in der Union zu fördern.

Europäische Jury wählt aus

Jeder teilnehmende Mitgliedstaat darf alle zwei Jahre nach Vorauswahl bis zu zwei Stätten an die Europäische Kommission übermitteln, von denen dann jeweils höchstens eine Stätte von der Europäischen Jury ausgewählt wird.. Die Stätte muss neben den von der EU vorgegebenen Kriterien auch die des Internationalen Museumsrates (ICOM) zur Museumsarbeit oder analoge Standards erfüllen. Die Vorschläge werden anschließend von einer europäischen Jury bewertet.

Fulda und Petersberg: Orte der Karolingischen Bildungsreform

Derzeit liegt der Europäischen Kommission die Bewerbung der Stadt Fulda und der Gemeinde Petersberg um das Europäische Kulturerbe-Siegel vor - die erste aus Hessen. Im Mittelpunkt steht eine karolingische Idee, die schon damals epochenweisend war und noch heute moderner nicht sein könnte: Bildung als Grundlage und Motor für den Fortschritt zu sehen. Karl der Große erkannte bereits den Wert der Bildung für eine positive gesellschaftliche Entwicklung. Die einstige Reichsabtei Fulda und ihr Nebenkloster Petersberg waren bedeutende Ausgangspunkte für dieses Reformvorhaben. Ihre Rolle als Bildungszentren und wichtiger Teil eines europaweiten Netzwerkes stellt einen Meilenstein in der Geschichte der Integration Europas und der Entwicklung hin zum modernen Kulturstaat dar.

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