Szene aus der Inszenierung "Rheingold" am Staatstheater Kassel: Zwei Augenpaare sind im Hintergrund zu sehen, davor steht ein Mann allein auf der Bühne

Hessens Theaterlandschaft

Hessen hat eine äußerst lebendige und vielfältige Theaterlandschaft. Die Theater befinden sich zum Teil in der Trägerschaft des Landes, zum Teil in kommunaler Trägerschaft.

Eine besondere Rolle in der hessischen Theaterlandschaft spielen die Staats- und Landestheater. In den historischen Residenzstädten Darmstadt, Kassel und Wiesbaden gibt es je ein Staatstheater. Dank der Unterstützung durch das Land (52Prozent der Betriebszuschüsse) und die Sitzstädte (48 Prozentder Zuschüsse) besitzen diese drei Häuser personell gut ausgestattete und künstlerisch leistungsfähige Ensembles in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Konzert, Tanztheater und Ballett sowie Kinder- und Jugendtheater.

Der mittelhessische Raum wird durch das Stadttheater Gießen - ein Dreispartenhaus -und das Hessische Landestheater Marburg mit Schauspiel, Kinder- und Jugendtheater geprägt. Beide Theater werden vom Land unterstützt. Sie übernehmen durch ein spezielles Gastspielangebot besondere Verantwortung für ein flächendeckendes Theaterprogramm in Hessen.

Staatstheater Darmstadt

Das Staatstheater Darmstadt von außen

Das Staatstheater Darmstadt ist ein Mehrspartenhaus mit Musik- und Tanztheater, Schauspiel und Konzertwesen. Im Staatstheater arbeiten mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeier vor und hinter den Kulissen. In jeder Spielzeit werden rund vierzig Produktionen zur Aufführung gebracht. Daneben gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Konzerten und Lesungen, Einführungen und offenen Proben. Das Theaterist auch in städtischen Spielstätten mit Konzerten zu Gast. Träger des Staatstheaters Darmstadt ist das Land Hessen. Die Stadt Darmstadt ist am Betrieb des Staatstheaters Darmstadt nach Maßgabe des Theatervertrages vom 24. November 1971 in seiner jeweils gültigen Fassung beteiligt. Das Theater liegt am Georg-Büchner-Platz in Nachbarschaft der Ludwigskirche und des Mollerhauses und ist mit seinem auffälligen Theaterportal sowie seiner von schimmernden Messingplatten durchsetzten hellen Marmorfassade weithin sichtbar.

Die Bühnentechnik des Kleinen Hauses wird derzeit saniert: Künftig soll moderne elektronische Technik arbeiten, sowohl oberhalb der Bühne als auch darunter. Auch die Regiezone des Kleinen Hauses wird komplett neu aufgebaut. Das Ende der Gesamtmaßnahme und die Wiedereröffnung des Kleinen Hauses sind für Ende 2023 geplant.

Staatstheater Kassel

Das Staatstheater Kassel von außen

Mit dem Ottoneum, das der kunstsinnige Landgraf Moritz der Gelehrte nach dem Namen seines Sohnes Otto benennen ließ, entstand in Kassel das älteste feste Theatergebäude nördlich der Alpen. 1605 führten hier Schüler des Collegium Mauritianum die Antigone von Sophokles auf. Heute versteht sich das Staatstheater Kassel mit seinen rund 500 festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sich als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Kammer-, Familien- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das  Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche. 

Staatstheater Wiesbaden

Das Staatstheater Wiesbaden von außen

Das Staatstheater Wiesbaden hat eine sehr wechselvolle Geschichte erlebt. Gegründet als königlich-preußisches Hoftheater, war es von Anfang an der große Stolz der Wiesbadener Stadtgesellschaft. Daran konnten zwei Weltkriege, die bewegte Zeit der Weimarer Republik und die Schrecken des Nationalsozialismus nichts ändern. 1947 ging das Haus schließlich als Hessisches Staatstheater in die gemeinsame Verantwortung des Landes Hessen und der Landeshauptstadt Wiesbaden über. Nachdem der Spielbetrieb trotz Kriegsschäden wiederaufgenommen worden war, wurde 1950 das neue Kleine Haus eröffnet. 1963 kam die Studiobühne hinzu. An diese Tradition knüpft das heutige moderne Mehrspartenhaus an: Über 50 Produktionen sind pro Spielzeit auf den vier Bühnen des Staatstheaters zu sehen. Hinzu kommen Gastspiele und Sonderveranstaltungen wie szenische Lesungen oder Diskussionsrunden.

Landestheater Marburg

Szene aus "Am Hafen mit Vogel": Zwei Schauspielerinnen auf der Bühne, umgeben von bunten Nebel, zeigen gen Himmel

Seit 75 Jahren prägt das Hessische Landestheater Marburg die Theaterszene Hessens – erst in der Universitätsstadt, später in der gesamten Region: Als Hessens einzige Landesbühne spielt das Landestheater nicht nur in einer Stadt, sondern zeigt außer in Marburg auch in anderen Städte und Gemeinden Theaterproduktionen. Gegründet wurde das Theater 1945 von dem Studenten Lothar Brixius und der Schauspielerin Ina Köhler. Seitdem wurde in 75 Jahren Theatergeschichte aus der Marburger Spielgemeinschaft zunächst die Marburger Schauspielgruppe, dann das Marburger Schauspiel, danach das Nordhessische Landestheater und schließlich das heutige Hessische Landestheater Marburg. Geführt wird es von einem Intendantinnen-Team: Carola Unser und Eva Lange.

Stadttheater Gießen

Die Erbauung des Gießener Stadttheaters geht zurück auf eine Bürgerinitiative, die aus Anlass der 300-Jahrfeier der Universität eine feste Theaterspielstätte forderte.Eröffnet wurde das Stadttheater Gießen am 27. Juli 1907. Heute bietet der Spielplan des Stadttheaters ein umfangreiches Angebot aus Schauspiel, Oper, Operette, Tanztheater, Sinfonie- und Kammerkonzerten. Zudem ist seit der Intendanz Cathérine Mivilles das Angebot im Bereich Kinder- und Jugendtheater ganzjährig auf dem Spielplan. Das gesamte Programm wird ergänzt durch Matineen, Vorträge, Lesungen und Diskussionsrunden zu einzelnen Produktionen, die regelmäßig im einladenden Ambiente des Jugendstil-Foyers stattfinden.