Laboranlage, im Hintergrund steht verschwommen ein Student

Duales Studium Hessen

Hessen verfügt durch private und öffentliche Hochschulen sowie Berufsakademien über eine außergewöhnliche Vielfalt an Anbietern und Angebotsformen im dualen Studium. Dies kommt dem Interesse der Unternehmen an passgenauen Lösungen entgegen und wird regionalen Besonderheiten besser gerecht. Als Reaktion auf die vielfältigen und wachsenden Anforderungen der modernen Berufs- und Arbeitswelt entstehen an den Hochschulen und Berufsakademien immer mehr Studienangebote, die eine Verbindung von Berufsausbildung oder intensiven Praxisphasen mit dem Hochschulstudium vorsehen. So wird den Studierenden auf hervorragende Weise eine Vernetzung von Studium und Praxis geboten. Außerdem stärkt das duale Studium die Zusammenarbeit der Hochschulen mit der Wirtschaft, was dem Technologietransfer umfassend zugutekommt.

Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst initiierten 2008 die Kampagne „Duales Studium Hessen“, um Transparenz in die breite Palette an dualen Studienangeboten in Hessen zu bringen. Ziel ist, den Ausbau dieser innovativen Studienform zu fördern und sie bekannter zu machen - vor allem bei Unternehmen und Schülern. Auf der Internetseite finden Interessierte alle Informationen zu den hessischen Bildungsanbietern und eine Datenbank mit fast 130 dualen Studienmöglichkeiten in Hessen.

Eine vom Wissenschaftsministerium eingerichtete Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern von Hochschulen, Berufsakademien, Wirtschaftsverbänden sowie der beiden Ministerien hat im September 2010 einen Kriterienkatalog für die Dachmarke „Duales Studium Hessen“ vorgestellt. Somit wurden erstmals klare Anforderungen festgeschrieben. Beispielsweise sind der Wechsel zwischen Studien- und Praxisphasen und die Inhalte der Praxisphasen in Grundzügen in einem Vertrag zwischen Hochschule und Bildungsanbieter festzuhalten. Außerdem muss der Praxisanteil mindestens 30 Prozent der gesamten Ausbildungs- und Studiendauer ausmachen. Dies trägt insgesamt zur Schärfung des Profils, zur Verbesserung der Angebotsstruktur und zu einer höheren Qualität des dualen Studiums in Hessen bei.

Ergänzt wird der Kriterienkatalog durch die „Qualitätskriterien für die Verzahnung zwischen Theorie und Praxis“, die von den beteiligten Hochschulen, Berufsakademien, drei Ministerien und der hessischen IHK gemeinsam erarbeitet wurden. Sie legen Standards für die folgenden Bereiche fest: Ziele der Praxisphasen, Mitwirkung an Praxisprojekten, Betreuung in den Praxisphasen, Ausstattung und Eignung des Praxispartners, Arbeitsbelastung und Freistellung der Studierenden, Bachelor-Thesis, Hinweise zu den Studienformaten sowie Qualitätssicherung und Weiterentwicklung. Die detaillierten Anforderungen und Ziele der Praxisphasen sind in den akkreditierten Studien- und Prüfungsordnungen sowie in den Modulhandbüchern der Bildungsanbieter definiert. Bei Fragen können sich die Praxispartner stets mit den Hochschulen und Berufsakademien in Verbindung setzen.

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