Übersetzer Ulrich Blumenbach

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur

Voß-Preis für Übersetzung geht an Ulrich Blumenbach

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den diesjährigen "Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung" an Ulrich Blumenbach für seine Übertragungen aus dem Englischen ins Deutsche. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur finanziert. Die Preisverleihung wird am 30. Mai 2026 in Halberstadt im Rahmen der Akademie-Tagung stattfinden. Die Laudatio hält der Journalist und Autor Dietmar Dath.

Herausragende Übersetzungen aus dem Englischen

Ulrich Blumenbach wird für seine zahlreichen, herausragenden Übertragungen aus dem Englischen ins Deutsche mit dem "Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung" ausgezeichnet. Zum Kreis der von ihm übersetzten Autoren gehören Stephen Fry und Kinky Friedman, Will Self, Truman Capote, Arthur Miller, Jack Kerouac, Jonathan Lethem und viele andere mehr. Ulrich Blumenbach ist nicht nur ein vielseitiger und gewitzter Übersetzer, sondern auch ein Spezialist für überlange Strecken, gewissermaßen der Marathonläufer seines Berufstandes, ein Experte für komplexe Erzählwerke, die viele Jahre als unübersetzbar galten. Hier zu nennen sind vor allem David Foster Wallace' "Infinte Jest" (1996) / "Unendlicher Spaß" (dt. 2009) und Joshua Cohens "Witz" (2010, dt. 2022). Beide Texte stellen gewaltige Anforderungen sprachlicher wie inhaltlicher Art an den Übersetzer. Blumenbachs Übertragungen stehen beispielhaft für seine grenzenlose Neugier und Energie, sich in die entlegensten Themengebiete einzuarbeiten (etwa Mykologie oder geometrische Optik) und fremde Welten plausibel zu machen, für seine Könnerschaft Sozio-, Idio- und Dialekte zum Einsatz zu bringen, um die verschiedenen Stil- und Sprachebenen des Ursprungstextes zu verdeutschen. Seit Jahren arbeitet Ulrich Blumenbach an einer Komplettübersetzung von James Joyce‘ "Finnegans Wake" (1939) – der vorerst letzten großen Bastion der Unübersetzbarkeit – nach den vorangegangenen Arbeiten eine fast zwangsläufige Wahl.

"Unverzichtbarer Motor der Literatur"

Der hessische Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels: "Übersetzungen sind ein unverzichtbarer Motor der Literatur. Sie öffnen neue Welten und verbinden Menschen über Grenzen und Sprachbarrieren hinweg. Aus diesem Grund stiftet das Land jährlich mit Freude 20.000 Euro Preisgeld für den Johann-Heinrich-Voß-Preis. Der diesjährige Preisträger Ulrich Blumenbach ist ein Ausnahmeübersetzer, ein Gigant seines Fachs. Er schafft es, komplexe Texte ins Deutsche zu bringen und lässt Werke, die als unübersetzbar galten, in neuer Sprache lebendig, witzig und authentisch aufleuchten. Eindrücklich zeigt Blumenbach immer wieder aufs Neue wie sehr literarische Texte durch Lust an der Sprache, Präzision, Stilgefühl und kulturelle Vermittlung gewinnen. Die Auszeichnung mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis ist längst überfällig. Ich gratuliere Herrn Blumenbach herzlich."

Ulrich Blumenbach, geboren 1964, arbeitet seit 1993 als Übersetzer aus dem Englischen ins Deutsche. Zusammen mit Fritz Senn leitet er das Zürcher Übersetzertreffen. Für seine Übersetzungen wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis (2009), dem Preis der Leipziger Buchmesse (2010) und dem Paul-Celan-Preis (2022).

Über den Johann-Heinrich-Voß-Preis

Der Johann-Heinrich-Voß-Preis wird seit 1958 von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung vergeben. Er würdigt ein übersetzerisches Lebenswerk oder herausragende Einzelleistungen. Ausgezeichnet werden Übersetzungen in die deutsche Sprache. Der Preis wird jährlich während der Frühjahrstagung der Deutschen Akademie zusammen mit dem Friedrich-Gundolf-Preis für Kulturvermittlung verliehen.

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