Ortstermin an der Interimsspielstätte des Staatstheaters Kassel (v.li.) Uwe Gabriel (GWG), Otto Schweitzer (NÜSSLI), Intendant Florian Lutz, Oberbürgermeister Sven Schoeller und Hessens‐ Kunst‐ und Kulturminister Timon Gremmels.

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur

Interimsspielstätte in Kassel: Theaterbau schreitet voran

Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels hat die Baustelle der neuen Interimsspielstätte für das Staatstheater Kassel besucht. Auf dem Gelände der ehemaligen Jägerkaserne I wird derzeit auf Initiative der Stadt Kassel unter enormem Zeitdruck ein hochkomplexes Bauprojekt realisiert: modular, vollständig rück‐ sowie wiederaufbaubar und dabei ein vollwertiges Theater.Für Oper, Schauspiel, Tanz und Konzert wird hier künftig eine neue Bühne geboten, eingebettet in eine bestehende städtische Struktur, die sich dynamisch entwickelt. 

Kunst‐ und Kulturminister Timon Gremmels zeigt sich beeindruckt vom zügigen Baufortschritt: „Die imposanten Dimensionen des Modulbaus sind nun greifbar und machen bereits jetzt Lust auf die Herausforderung, die Interimsspielstätte mit Leben zu füllen. Mit der Umsetzung dieses besonderen Projektes stehen die Stadt Kassel und das Land Hessen als Träger gemeinsam zu ihrer Verantwortung für das Staatstheater Kassel. Jeder leistet seinen Beitrag, damit auch während der Sanierungsphase des Großen Hauses das Musiktheater weiterhin eine angemessene Spielstätte hat."

Blick in eine leere Halle.

Noch ist es eine leere Halle auf Grundlage einer Stahlbaukonstruktion, doch Stück für Stück wird das Theater weiter Gestalt annehmen und schon bald soll der multifunktionale Theatersaal umgeben sein von einer umlaufenden vierstöckigen Galerie, die sowohl für Technik und Beleuchtung als auch als Spielfläche oder Träger von großen Projektionsflächen verwendet werden kann. Vor allem aber können die vier Ebenen dieser insgesamt zehn Meter hohen Konstruktion als Zuschauerränge dienen. In den hölzernen Bühnenboden wird sowohl ein Orchestergraben eingelassen, der nach Bedarf geschlossen werden kann, als auch eine große Schwerlasten‐Drehscheibe, die Dekorationen wie auch Podesterien drehen kann. Weiterhin umfasst die Planung die Möglichkeit einer Bühnenerhöhung auf der einen Seite und auf der anderen Seite eine flexible Zuschauertribüne, die man in den unterschiedlichsten Konstellationen aufbauen kann. Und über der gesamten Fläche wird sich eine Obermaschinerie mit 28 Zugstangen erstrecken, die vollständige Verwandlungen auch nach oben zulassen. So soll nach entsprechendem Ausbau in einem Bespielungsblock ein Konzertsaal oder klassischer Guckkasten mit zentralperspektivischer Blickachse entstehen, in einem anderen ein immersiver 360-Grad‐Raum, in dem sich Bühnenfläche und Publikum durchmischen, und dann wieder eine riesige Arena mit Draufblick aus sich gegenüberliegenden Zuschauerrängen.

Im Sommer 2025 soll der gesamte Spielbetrieb des Opernhauses bereits auf dem Weg ins INTERIM sein, dessen Eröffnung für den 31. Oktober 2025 geplant wird – aus Bauablaufsicht ein sehr ehrgeiziges Ziel, für das es keine Garantien gibt. Da die Umsetzung einer ganzen Opernbühne sowie vor allem der Umzug von bis zu 300 Mitarbeitenden und ihren über 100 verschiedenen Arbeitsräumen nicht allein während der sechswöchigen Sommerpause zu meistern ist, hat sich das Staatstheater entschlossen, dem Publikum zum Beginn der Spielzeit im alten Opernhaus noch zwei Produktionen mit geringem bühnentechnischem Aufwand anzubieten, bis die neue Spielstätte eröffnet wird.

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