Mehrere Musiker mit Saxophonen

Hessischer Jazzpreis

Der Hessische Jazzpreis wird jährlich vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Der Preis soll Musikerinnen und Musikern, Ensembles oder dem Jazz verbundenen Persönlichkeiten für ihre musikalischen Leistungen oder für besondere Verdienste um die Entwicklung der hessischen Jazzszene auszeichnen. Über die Vergabe des Hessischen Jazzpreises entscheidet eine unabhängige Jury. Nähere Informationen entnehmen Sie den unten stehendenVergaberichtlinien.

Die Verleihung findet in der Regel beim "Hessischen Jazzpodium" im Rahmen eines Preisträgerkonzertes statt.

Abgabefrist ist der 5. November des Vorjahres. Unten finden Sie die Vergaberichtlinien.

Vorschläge sind an das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst zu richten; die Kontaktdaten finden Sie in nachfolgender Box.

Referat IV

Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Rheinstrasse 23-25
65185 Wiesbaden

Bisher Ausgezeichnete

Christof Sänger studierte von 1984 bis 1989 an der Universität Mainz Musik. Er spielte frühzeitig in Jazz-Combos und im Landesjugendjazzorchester Hessen, aber auch in kammermusikalischen Formationen. Er arbeitete ab 1990 mit so unterschiedlichen Musikern wie Dusko Goykovich, Sunny Murray, Daniel Guggenheim oder Hermeto Pascoal. Mit seinem Trio (mit dem Bassisten Christian von Kaphengst und Schlagzeuger Heinrich Köbberling) spielte er u. a. das mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnete Album „Chorinho“ (1992) ein. Er trat daneben auch mit Richie Cole, Bill Saxton oder Allan Praskin auf. Seit 1996 hat er eine internationale Ausgabe seines Trios mit George Mraz und Al Foster. Er arbeitete auch mit Keith Copeland, Tom Nicholas, Peter Weniger und Peter Fessler, stellte 1998 seine Gruppe Cuban Fantasy mit Sandro und Giovanni Gulino vor und wurde 1999 Mitglied der Gruppe von Ernie Watts, mit dem er 2001 und 2003 Platten veröffentlichte. Er spielte auch mit Paquito D’Rivera und dem hr-Jazzensemble. Nachdem er 2003 Solokonzerte in Japan gegeben hatte, legte er für eine weitere Tournee 2004 eine japanische Ausgabe seines Trios auf. Seit 2010 ist er als Pianist der Barrelhouse Jazzband aktiv. Mit Lindy Huppertsberg und Tobias Schirmer spielt er zudem im Trio Classic Affairs.

Tony Lakatos, geboren 1958 in Budapest, stammt aus einer Geiger-Familie und begann daher mit sechs Jahren auch zunächst dieses Instrument zu lernen, bevor er mit 15 Jahren zum Saxofon griff. Er studierte Jazz am Bela-Bartók-Konservatorium in Budapest, wo er 1979 abschloss. Während seines Studiums am begann er, mit eigenen Gruppen aufzutreten. 1979 spielte er in Athen seine erste Platte ein. Seit 1980 tritt er in Deutschland auf, seit 1981 lebt er hier. Er spielte mit der Band von Toto Blanke, aber auch mit Chris Beier und mit Milan Svoboda, und wurde 1985 Mitglied der Band Pili Pili von Jasper Van't Hof. 1993 trat er in die hr-Bigband ein. Daneben ist er in zahlreichen eigenen Gruppen zu hören und wirkt als Gast bei Projekten und Aufnahmen anderer Künstlerinnen und Künstler mit. Lakatos nimmt regelmäßig auch zu gesellschaftlichen Fragen Stellung, etwa zur Politik in Ungarn und zur Situation der Roma, denen er angehört. Lakatos lebt in Frankfurt.

Geboren 1959 und aufgewachsen in Frankfurt, galt Michael Sagmeister schon bald als musikalisches Wunderkind und spielte in der Frankfurter Jazzszene eine zentrale Rolle, die seinerzeit als eine der bedeutendsten Szenen Europas angesehen wurde. Schnell folgten die ersten Plattenproduktionen und Tourneen, die ihn im Laufe der Jahre durch die ganze Welt führen sollten. Mehr als 30 Schallplatten- und CD-Produktionen belegen, dass Michael Sagmeister einer der produktivsten Künstler der Jazzszene ist. Im Laufe seiner Karriere hat er mit den bedeutendsten Jazzmusikern der Welt zusammengearbeitet. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit arbeitet er auch als Pädagoge und Dozent, seit 1999 ist er zudem Professor für Jazzgitarre an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Auch als Buchautor ist Michael Sagmeister erfolgreich. Sein 1999 erschienenes Buch „Sagmeisters Jazzgitarre“ gilt als das Standardwerk.

Matthias Schubert wurde 1960 in Kassel geboren, Saxophonunterricht erhielt er bei Andy Scherrer in der Schweiz und bei Herb Geller und Walter Norris in Hamburg. Er spielte unter anderem in der Euro Jazz Big Band, der Graham Collier Band, Marty Cook Band, Albert Mangelsdorff Quintett, dem Scott Fields Ensemble und vielen anderen. Er ist regelmäßiger Gast bei den wichtigsten nationalen und internationalen Jazzfestivals. Seine umfangreiche Diskografie dokumentiert sein jahrzehntelanges Schaffen. Matthias Schubert hat diverse Lehraufträge für Saxophon inne.

In Weinheim geboren und in Namibia und Deutschland aufgewachsen, gehört die Pianistin Anke Helfrich zu den herausragenden weiblichen Jazzmusikern in Europa mit einem Aktionsradius weit darüber hinaus. Ihre Wurzeln liegen aber schon seit vielen Jahren in Frankfurt und Hessen.

Anke Helfrich erhielt schon früh Klavierunterricht und entdeckte bereits als Jugendliche ihre Liebe zum Jazz. Nach ihrem Studium an der Amsterdamse Hogeschool voor de Kunsten in den Niederlanden ging sie mit einem Stipendium nach New York und nahm dort Unterricht bei den renommierten Pianisten Kenny Barron und Larry Goldings. Auch wenn Frankfurt ihr nicht die Möglichkeit eines Studiums bot, blieb sie der Stadt immer verbunden, nahm alle Auftrittsmöglichkeiten wahr und kam 2011 als Dozentin ans Dr. Hoch‘s Konservatorium. Lange war sie dort die einzige Jazz-Dozentin und setzte sich leidenschaftliche dafür ein, die Jazz-Ausbildung am Konservatorium zu erweitern.

Yuriy Sych stammt aus der Ukraine, wo er mit sechs Jahren den ersten Klavierunterricht erhielt und im Jahr 2000 ein Klavier-Studium begann, das er dann ab 2003 an der HfMDK Frankfurt bei Prof. Irina Edelstein fortsetzte. Sehr bald fand er sich jedoch zwischen Frankfurt und Mannheim inmitten einer kreativen Jazzszene wieder, die seine ursprünglichen Pläne in den Hintergrund rücken ließen.

Der in Frankfurt geborene britisch-deutsche Kontrabassist Timothy Roth studierte in Amsterdam und erhielt dort Unterricht und Workshops bei zahlreichen bekannten Musikern u.a. bei Peter Erskine und Larry Grenadier. Er zeigte sich immer interessiert für elektronische Musik der letzten drei Jahrzehnte, aber auch für sehr unterschiedliche Stilrichtungen von Techno bis HipHop.

Der ebenfalls in Frankfurt geborenen Schlagzeuger Martin Standke begann seine Studien in Frankfurt u. a. bei Claus Hessler, Hermann Kock und Prof. Rainer Römer und ging dann nach Köln, wo er bei Michael Küttner Jazz-Schlagzeug studierte.

Alle drei gewannen den Wettbewerb Jugend Jazzt 2006 als Bandmitglieder des damaligen Contrast Quartets und wirkten schon mehrere Male beim Deutschen Jazz Festival Frankfurt mit. Darüber hinaus ausgezeichnet auch mit vielen Einzelpreisen, haben die drei jungen Jazzer schon vielfältige Erfahrungen im Zusammenspiel mit prominenten Kollegen machen können. Dazu zählen Musiker wie Christof Lauer, Patrice Heral, Heinz Sauer, Günter Lenz, Nils Wogram, Konstantin Gropper, Claudius Valk, Peter Klohmann, Stephan Schmolck, Heinz-Dieter Sauerborn, Alberto Menendez u. a.

Valentín Garvie, geboren 1973 in Argentinien, studierte zunächst in seiner Heimatstadt Mar del Plata Trompete, Theorie und Komposition bevor er in Buenos Aires das Fach Orchester-Dirigieren belegte. Schon damals galt sein Interesse einer großen musikalischen Vielfalt: Jazz, historische Aufführungspraxis, Orchestermusik und auch zeitgenössische Musik gehörten zu seinen Betätigungsfeldern. Mit einem Postgraduiertenkurs für Trompete an der Royal Academy of Music in London zwischen 1999 und 2001 vervollständigte schließlich er seine Ausbildung.

2014: Franz-Josef Schwade und Horst Aussenhof, beide Jazzlehrer

2013: Vitold Rek, Kontrabassist

2012: Thomas Cremer, Schlagzeuger

2011: Reimer von Essen, Klarinettist und Bandleader

2010: Stephan Schmolck, Musiker

2009: hr-Jazzensemble, Studioensemble

2008: Detlef Landeck, Musiker und Komponist

2007: Uwe Oberg, Pianist und Komponist

2006: Jazzinitiative Gießen e.V., Musikkooperation

2005: Christof Lauer, Tenorsaxophonist

2004: Günter Lenz, Kontrabassist

2003: Janusz Maria Stefanski, Schlagzeuger und Komponist

2002: Dr. Wolfram Knauer, Musikwissenschaftler

2001: Ralf-R. Hübner, Komponist und Percussionist

2000: Prof. Ekkehard Jost, Saxophonist

1999: Keine Vergabe (wegen Auflösung der Jazzakademie)

1998: Alfred Harth, Saxophonist

1997: Werner Wunderlich, Journalist

1996: Jürgen Wuchner, Kontrabassist

1995: Emil Mangelsdorff, Saxophonist

1994: Bob Degen, Pianist und Komponist

1993: Elvira Plenar, Pianistin und Komponistin

1992: Jazzfreunde Fulda

1991: Heinz Sauer, Saxophonist

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