Die Jawlensky-Abteilung im Museum Wiesbaden: Zu sehen ist ein Raum mit Gemälden, der Blick wandert durch eine geöffnete Tür und fällt direkt auf ein Gemälde

Hessens Museumslandschaft

Hessen besitzt eine bunte und vielfältige Museumslandschaft. Flaggschiffe sind unsere hessischen Landesmuseen.

In Hessen gibt es weitere rund 400 Museen und Sammlungen in kommunaler oder privater Trägerschaft. Die KFA-Museumsförderung des Landes fördert die kommunalen Museen in Hessen. Die privaten Museen erhalten Projektfördermittel des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Der Hessische Museumsverband (HMV) berät die kommunalen und privaten Museen Hessens. Er wird durch das Land institutionell gefördert. Der HMV ist der landesweit organisierte und tätige Fachverband für die staatlichen, kommunalen und privatrechtlichen Museen in Hessen. Als Dachverband ist er der fachliche Ansprechpartner der hessischen Landesregierung in allen Fragen, die das hessische Museumswesen betreffen.

Zu den hessischen Landesmuseen gehören die Museen Wiesbaden, Darmstadt und Kassel sowie die beiden Häuser des archäologischen Landesmuseums - die Römerkastell Saalburg und die Keltenwelt am Glauberg.

Hessisches Landesmuseum Darmstadt

Das Hessische Landesmuseum Darmstadt von außen: Ein langgezogener Bau mit Säulen

Das Hessische Landesmuseum Darmstadt zählt zu den großen Häusern Deutschlands und zeigt zahlreiche Sammlungen aus Kunst-, Kultur- und Naturgeschichte.

Von Pieter Brueghel und Peter Paul Rubens über Arnold Böcklin, August Macke und Gerhard Richter umfasst die Gemäldesammlung über 440 ausgestellte Werke. Die Graphische Sammlung zeigt Zeichnungen von Albrecht Dürer, Michelangelo und Rembrandt van Rijn. Weltweit bekannt sind die Schmucksammlung und die Raumensembles von Henry van de Velde in der Jugendstilabteilung.Weiterer Höhepunkt: Der "Block Beuys", der in sieben Räumen insgesamt 290 Werkevon Joseph Beuys versammelt.

Auch die naturhistorische Sammlung hat viel zu bieten. Zum Beispiel die architektonisch in das Haus eingebetteten Dioramen von 1906. Sie zeigen Tiere in ihrer natürlichen Umgebung. Die geologisch-paläontologische Abteilung fasziniert mit Fossilien aus der UNESCO-Weltnaturerbestätte Grube Messel. Die sensationelle Rekonstruktion von elf Menschenaffen-Büsten führt den Besuchern die Evolution des Menschen vor Augen.

Museum Wiesbaden

Der Bau des Museums Wiesbaden von außen

Majestätisch thront das Museum Wiesbaden an der Friedrich-Ebert-Allee. Hier gibt es Werke von der Prähistorie bis in die Gegenwart zu sehen. Die Besucher erleben sowohl das Schaffen der Künstlerinnen und Künstler als auch die Schönheiten der Tier- und Pflanzenwelt.

Die Gemälde sind thematisch sortiert und hängen im Kirchensaal, Sakral-, Portrait-, Niederländer-, Mythologie-, Stilleben- und Landschaftsraum.Die Besucher wandeln hier auf den Spuren großer Künstler - zum Beispiel auf denen des berühmten russischen Expressionisten Alexej von Jawlensky, der die letzten zwanzig Jahre seines Lebens in Wiesbaden verbrachte

Die Dauerausstellung der Naturhistorischen Sammlungen "Ästhetik der Natur" schlägt mit ihren vier Themenräumen Form, Farbe, Bewegung und Zeit eine Brücke zwischen Kunst und Natur. Das Beobachten und Beschreiben der Natur steht dabei im Mittelpunkt. Auf den Spuren der Erd- und Evolutionsgeschichte wird die formenreiche und farbenprächtige Vielfalt der Natur präsentiert.

Museumslandschaft Hessen Kassel

Schloss Wilhelmshöhe aus der Ferne, davor liegt ein See, das Schloss ist von Wald umgeben

Die Museumslandschaft Hessen Kassel ist ein einmaliges Ensemble aus Museen, Schlössern und Parks - und beweist die Sammelleidenschaft der Landgrafen. Sie besteht aus drei historischen Parkanlagen sowie zehn kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen. Den Grundstein für dieses einzigartige Ensemble legten die Landgrafen und Kurfürsten bereits vor 600 Jahren. Sie sammelten, bewahrten und dokumentierten etliche Kunstschätze aus verschiedenen Epochen. Die Besucherinnen und Besucher treffen auf Zeugen der Kunst- und Kulturgeschichte, die von der Antike bis zur zeitgenössischen Kunst reicht.

Zur Museumslandschaft Hessen Kassel gehören sechs Standorte. In Kassel selbst sind das der Bergpark Wilhelmshöhe mit dem Herkules, Museum Schloss Wilhelmshöhe und anderen Bauwerken wie der Löwenburg, dem Ballhaus und dem Großen Gewächshaus. Der Park Karlsaue mit der Orangerie und dem Marmorbad, das Hessische Landesmuseum Kassel und die Neue Galerie sind ebenfalls in Kassel. Zur Museumslandschaft Hessen Kassel gehören zudem das Museum Schloss Friedrichstein in Bad Wildungen und Schloss und Park Wilhelmsthal bei Calden.

Römerkastell Saalburg

Blick auf das Eingangstor des Römerkastells Saalburg. Zu sehen ist eine steinerne Mauer und eine römische Skulptur, die ihren Arm zum Gruß hebt

Zu Zeiten der Römer war die Saalburg ein Kastell, von dem aus die Soldaten den Limesabschnitt im Taunus überwachten. Der Limes bildete vom Beginn des 2. Jahrhunderts nach Christus an für rund 150 Jahre die Grenze des Römischen Reiches zu den Stammesgebieten der Germanen. Auf den antiken Fundamenten des einstigen Römerkastells entstand in den Jahren zwischen 1897 und 1907 die Rekonstruktion des Saalburg-Kastells. Die Anlage bietet einen annähernd originalgetreuen Eindruck eines römischen Kastells am Limes. In den Innenräumen wurden das Saalburgmuseum und ein Forschungsinstitut eingerichtet.

Im Jahr 2005 nahm die UNESCO den Obergermanisch-Raetischen Limes, die Grenze des Römischen Reiches im heutigen Deutschland, in die Liste des Weltkulturerbes auf. So wurde auch die Saalburg Teil des UNESCO-Welterbes.

Keltenwelt am Glauberg

Das Museumsgebäude der Keltenwelt von außen, ein rechteckiger Bau mit großer Fensterfront

Neben dem Römerkastell Saalburg gehört noch eine Einrichtung zum archäologischen Landesmuseum: Die Keltenwelt am Glauberg präsentiert faszinierende Funde aus der Zeit, als sich die Kelten in Europa ausbreiteten – um 500 vor Christus. Highlights sind die weltberühmte Statue eines Keltenherrschers und Funde aus drei Gräbern. Die Keltenwelt setzt sich zusammen aus dem Museum, dem Forschungszentrum und dem Archäologischen Park. Im Park erhebt sich ein nachgebauter Grabhügel, umgeben von geheimnisvollen Wall-Grabensysteme und Wehranlagen aus frühkeltischer Zeit. Weitere Denkmäler aus anderen geschichtlichen Epochen thronen auf dem Glauberg-Plateau.

Ministerin Dorn bekommt im Spohr-Museum in Kassel von einem Museumsmitarbeiter gezeigt, wie man eine Geige richtig hält

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Museen und Denkmäler des Monats

Hessens Kulturlandschaft besteht nicht nur aus großen Flaggschiffen, sondern lebt auch von kleinen Perlen. Sie werden mit den Auszeichnunge "Museum des Monats" und "Denkmal des Monats" gewürdigt.

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